Vier Jahrzehnte im Schnelldurchlauf

  • Die Band wurde im Frühjahr 1970 gegründet von Klaus Holst, Rüdiger Berghahn, Ronny Wilson und Jan Rieck. Dazu stieß 1971 Klaus Nagurski sowie Manager Willy Jahnke. Musik lag stilistisch im Bereich zwischen Keef Hartley Band, Collosseum, Soft Machine, Patto, Savoy Brown, Zappa… 
  •  71/72 im Profi-Status mit LP „Vampire statebuilding“ und vielen Live-Auftritten BRD-weit (Konzerthallen, Theater, Kinos, Kulturzentren, Festivals, Clubs). 
  •  Rückführung ins Semi-Pofi-Lager durch Jan Riecks Einberufung zur Bundeswehr (verlorener Prozess gegen BRD… Präzedenzfall Achim Reichel von den Rattles). 
  • Nach Ausstieg von Wilson (kommerzielle Mucke) und Nagurski (Luftwaffenmusikcorps) in den 70ern regelmäßiges Durchschleusen von Musikern durch die Band um den Kern Holst, Berghahn und Rieck… Höhepunkt das 76er Sextett mit Hockling (voc), Nagurski (sax, fl) und Hormann (bs). 
  • Zweite Hälfte 70er Arbeit mit deutschen, teilweise politischen Texten und entsprechendem Einsatz in der Szene (u.a. Anti-Atom-Bewegung). 
  • 1980 Berghahns Abschied… ab da ausschließlich Instrumentalmusik… Kompositionen von Holst… Saxophon Rainer Hansen… Orientierung Mahavishnu, Coryell, Weather Report, Tony Williams Lifetime, Zappa… Weiterarbeit als Profi-Band mit vielen Auftritten übers ganze Jahr und europaweit… Management durch Jan Rieck. 
  • 1982 Mike Kann kommt erstmals zur Band, also Trio mit Holst und Rieck… Hochform… kräftiger Abräumer auf vielen Festivals mit zusätzlichen Einflüssen von Miles Davis, Santana, John McLaughlin… LP „Alcatraz No. 4“ im Studio Lutz Rahn. 
  • Band-Kooperative mit Mojo Baby (Thomas Hockling, siehe 1976), Hinterbergers Wut (Deutsch-Wave) und Hypertension (Reggae). 
  • 1984 Abgang von Kann und Holst… kompletter Neuaufbau durch Rieck mit eben neuen Musikern: 84-85 (siehe B-Liste) mit Crimson- und Wave-Einflüssen… 85-88 als Jazz-Trio (Menzerolf und Wienert, siehe Discographie)… alles wieder als Semi-Profis. 
  • 88-90 Rückkehr Holst und Kann… plus Phama John… plus Sänger Peter Brandes… sehr Rock-trächtig… teilweise Doors-beeinflusst… 
  • Ab 90 Mike Kann und Jan Rieck im Zentrum der Band… viele Musik-Wechsel und teilweise parallel geführte Besetzungen… einerseits freier Grunge-Jazz (Miles Davis, Ornette Coleman bis zu Nick Cave und Tom Waits-Einflüssen) mit Kann am Effekt-Bass und erstmals Gesang… und andererseits Hardcore-Speed-Jazz-Punk im Quartett mit Phama John (voc, sax) und neuem Gitarristen Matthias Petzel.
  • Herausentwicklung des Duos Kann und Rieck… Gothic-Jazz… Schamanengesänge von Kann… Gedichtvorträge von Rieck aus seinen erstmals als Schriftsteller erschienenen Büchern (Punklyrik und Heimatdichtung) sowie Ausstellungen und Videos von Kanns Ölmalereien… diverse Auftritte u.a. auf großen Festivals mit Gastmusikern Holst oder Wienert… 
  • 1996 bis 98: Formierung der 5-köpfigen Rockband Alcatraz: Neben Kann und Rieck wieder Holst, Petzel, Phama John… CD „Holm“… erstmals Einflüsse der 90er Core-Bands Melvins, Bad Brains, Watchtower, Nine Inch Nails… vermischt mit traditionellen Elementen von Zappa, Stones, Cobham… 
  • 1998 Bruch der Band… Holst endgültig raus… Neueinstieg von Jazzer David Wolf (sax plus div.)… neuer Crossover aus Elementen von Freejazz, Davis-Ringmodulationen, Latin, Rockjazz, Grunge, Gothic… 2002 als Projektabschluss LP „Sound Factory Session“, nach 20 Jahren wieder im Studio Lutz Rahn. 
  • Trennung Rieck und Kann. Rieck 2004 in Berlin und von 2005-08 in München. Von dort regelmäßige Studio-Arbeit mit Thomas Hockling (siehe 1976 und 82/Mojo Baby) in dessen Studio in Aalen (Ba-Wü). Alcatraz als reines Studioprojekt… CD „Drums 2007“… diverse folgen demnächst in Nacharbeit. 
  • 2009 Rieck zurück in HH-Finkenwerder. Treffen auf Gitarristen Peter Brusch und nach 38 Jahren auf Alcatraz-Gründer Ronny Wilson (bass und voc)… erneutes Hochform-Trio (Einflüsse usw. siehe aktuelles Info).