Sound Factory Session

  • Sound Factory 6:53
  • Leitkultur 10:59
  • A Little Too Explicite 2:24
  • Pissrinne 1 3:45
  • Night Hunting Time 6:48
  • Drum and Bass 10:44
  • Totenglocke 8:47
  • Pissrinne 2 3:52
  • Grunge 5:38
Sound Factory Session - Alcatraz

Über Zufall und private Connections stieß David Wolf zu Mike und mir dazu. 18 Jahre jünger als ich, Saxophonist, Musiklehrer in Frankreich, Ägypten, Arabien und sonstwo... mit österreichischem und französischem Pass eigentlich wohnhaft in Freiburg... als Chef und Komponist des Saxophonsextetts „The Rhythm Reed Six“ in Freiburg... auf Umschulung zum Kaufmann mit seiner Frau in Hamburg... ohne Jobaussichten... und mittlerweile wieder als Musiklehrer in Basel...

 

Man traf sich im Trio in Holm. Der alte ländliche Übungsraum war mittlerweile durchfeuchtet, roch nach Pilzen und es ging mit ihm zu Ende. Es wurde jedesmal losgespielt, auf einem billigen Gettoblaster wie immer und zusätzlich auf Davids Mini-CD-Gerät aufgenommen. Bänder über Bänder. Ein paar komponierte Themen und das meiste improvisiert. Immer neuer Stoff. Und zusammen Musik gehört. Jazzige Sachen bis zu den Satanisten. Dutzendweise Kassetten mit irrem Kram... Dann musste David wieder nach Freiburg. Eine Tochter kam und der neue Job.

 

Nach einem halben Jahr traf ich Lutz Rahn. Der Hammond-Organist der Alcatraz-Vorläufer-Band von 1968-70 Jet Set Blues Band. Der Chef der Sound Factory Studios in Hamburg-Altona. Der schon „Alcatraz No. 4“ aufgenommen hatte, fast 20 Jahre vorher. Es gab die Abmachung. Sven macht das Studio.

 

Im Oktober 2001 kam David nach Hamburg. Es gab drei Tage Einspielen im Studio inkl. Komponieren, Arrangieren und Richtungsdiskussion. Dann zwei Tage Aufnahme und im Januar 2002 zwei Tage Mixen, das nur von Mike Kann und mir mit den Studioleuten durchgezogen werden konnte, weil David wieder in Freiburg anzutreten hatte. Im Ergebnis ein Sax-Mix mit Wunsch nach Überarbeitung.

 

Andererseits musikalisch und stilistisch mit Bandbreiten, die den völlig unterschiedlichen Werdegängen der Musiker und dem laufenden internationalen Underground (ich scheiß drauf, dass das heute nicht mehr so heißt) Rechnung tragen. Allein „Drum and Bass“, „Grunge“ und die „Pissrinnen“ bilden ein nicht sehr enges Dreieck und tragen die Alcatraz-Tradition des Treffen-Hochreißen-und-Trennung würdig ins nächste Jahrtausend...

 

Jan Rieck