Die 80er Jahre

Die neue Instrumentalphase startete neben Holst und Rieck mit Hansen und Ralf Twellmann (bs) und der Live-LP „Trockeneis zum Frühstück“ (1980 – Live im Onkel Pö in Hamburg sowie in Gütersloh). Die Holst-Kompositionen führten fast immer in experimentelle Improvisationen.

Alcatraz Delmenhorst 1980
Alcatraz 1980

Im Jahr 1982 ersetzte Mike Kann als Bassist und Percussion-Spieler den Bassisten Manfred Jacob sowie Rainer Hansen. Er führte Stil-Elemente von Santana bis hin zu den brasilianischen Jazzern in die Band ein.

Alcatraz 1982

Das Zusammenspiel des Trios Holst/Kann/Rieck war so intensiv, dass man binnen nur 3 Wochen ein komplettes Programm auf die Beine bekam und sofort sogar für große Festivals tauglich war und dort auch regelmäßig, besonders allein durch die solistische Präsenz von Holst, Kann und Rieck regelmäßig abräumte (LP „Alcatraz No. 4“).


Mike Kann verließ 1984 aufgrund persönlicher Probleme die Band für vier Jahre. Auch Klaus Holst verabschiedete sich auf noch längere Sicht, und Jan Rieck musste erstmalig die Band von Grund auf an jedem Instrument neu aufstellen.

Jan Rieck · Kunst-Galerie Eimsbüttel 1984
Jan Rieck 1984

Es kam von 84-85 nur für ein Jahr zur völlig neu klingenden Truppe mit Maik Walther (voc, keyb, sax, fl), Stefan Peter (keyb), Mario Menzerolf (git, sopran-sax) und Ali Kuntschke (bs, voc)  mit Elementen von straightem Wave über King Crimson bis zu teilweise akkustischen freien Jazz, mit englischem und deutschem Gesang.

Und ab 1986 kam bereits der erneute komplette Umbruch mit einer fast reinen Jazz-Besetzung mit Hannes Wienert (sax, trumpet) u.a. vom Vollmond-Orchester und aus der Ornette-Coleman-Ecke und Mario Menzerolf, vorher eigentlich Akkustik-Jazz-Gitarrist und Sopran-sax-player, jetzt aber am filigranen Picolo-Bass mit Jaco Pastorius-Einflüssen. Die teilweise völlig freie Stilistik uferte hier und da sogar aus in Weltmusik-Ambitionen von John Coltrane (CDs über Menzerolfs punapau-Verlag).

Auch diese Besetzung trennte sich unwiderruflich und es kam 1988 wieder zu einer wesentlich rockigeren Formation mit Sänger Peter Brandes, Phama John (keyb, sax, b-voc), sowie zu den Rückkehrern Klaus Holst (git) und Mike Kann (bs, perc). Durch den tiefen, dunklen Gesang von Brandes, was für Alcatraz fast neu war, kamen hier sogar Sound-Einflüsse der Doors auf. Es gab in zwei Jahren diverse Auftritte in der Regel in größeren Veranstaltungszentren.

Rock gegen Rechts 1980


Fotos: Alcatraz-Archiv