Die 70er Jahre

Die wesentlichen geschichtlich-stilistischen Phasen oder Meilensteine der Alcatraz-Geschichte liefen erste Hälfte 70er unter Holst, Berghahn und Rieck unter o.g. breiter Fusion, wo alle Stile einbezogen wurden inkl. englischen Gesang durch Berghahn.

Alcatraz Live - Plakat  1971-72
Plakat 1971-72

Dies führte zur sehr starken Besetzung 1976 als Sextett mit zusätzlich Thomas Hockling als Sänger (ein Mann, der schon seit 1966 immer wieder mit Jan Rieck und Ronny Wilson zusammentraf), wieder Klaus Nagurski an Sax und Flöte (damals Luftwaffen-Musikcorps, später ausgebildeter und in der Jazz- sowie in der Klassikszene gefragter Holzblas-Spezi… u.a. bei Herb Geller, Rainer Regel, diverse Symphonie-Orchester) sowie Klaus Hormann am Bass (danach Mitgründer von u.a. Elephant). Hier kam es zum ersten Mal zur Verwendung von überwiegend deutschen Texten seitens Hockling und Berghahn mit beißendem kabarettistischem und auch politischem Timbre.

Alcatraz live in der Universität Hamburg 1976

Bis 1978 wurde es im Quartett an der Seite linker deutscher Bewegungen sowie speziell der Anti-Atom-Bewegung noch deutlich politischer und man kam dieses Mal auf diesem Wege im ganzen Lande herum.

Ab 1979 betrieben Holst und Rieck die Abwendung von dieser Ausrichtung. Berghahn verließ die Band, und Holst und Rieck führten die erneute Kehrtwendung von Alcatraz herbei. Man spielte ausschließlich Instrumental-Fusion unter deutlichen Einflüssen von Mahavishnu, Zappa, Tony Williams usw. Rainer Hansen kam dazu als experi­mentier­freudiger Saxophonist und Flötist. Alcatraz kooperierte intensiv mit der damaligen Alternativ-Szene um Schneeball-Records und die Umsonst-und-Draußen-Betreiber mit Zentrum Porta Westfalica und den vielen Festivals.

Gleichzeitig engagierte man sich führend in der Rock-gegen-Rechts-Bewegung in Deutschland und verbrüderte sich mit den Musikern der englischen Rock-against Racism-Initiative.

Übungsraum Holm
1973 vs. 1979


Fotos: Alcatraz-Archiv